Tuer Asien

Wenn Gott Türen öffnet, kann niemand sie schließen

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Gottes Wirken zeigt sich für mich nicht nur in großen Wundern, sondern in seinem handfesten Eingreifen im Alltag. Ohne dieses Eingreifen wäre unser Projekt überhaupt nicht möglich. Inzwischen arbeite ich seit 29 Jahren hier. Wenn ich zurückblicke, entdecke ich eine Spur seines Handelns – und staune.

Eigentlich dürfte ich längst nicht mehr hier sein. Zweimal wurde ich aus dem Projekt entlassen, einmal sogar aus unserem gesamten regionalen Arbeitsbereich – jedes Mal ohne eigenes Verschulden. Doch Gott steht zu seinem Entschluss, diese Übersetzung Wirklichkeit werden zu lassen. Er öffnet Türen, die andere vor mir verschließen. Er räumt Hindernisse aus dem Weg, schenkt Möglichkeiten – und immer wieder eine neue Aufenthaltsgenehmigung, auch wenn es manchmal sehr knapp wird. Dass ich nach all den Brüchen noch hier bin, verdanke ich Gottes mächtigem Eingreifen.

Ein besonders großer Lichtblick war unser Neustart vor acht Jahren: Seither stehen die Kirche vor Ort und unsere regionale Leitung geschlossen hinter uns. Das gibt uns Rückhalt auf diesem oft nicht einfachen Weg.

Immer wieder staune ich über die beiden außergewöhnlichen Übersetzer, die Gott uns geschenkt hat. Die eine bringt theologische Ausbildung und ein feines Gespür für klare Formulierungen mit. Der andere trägt das über Generationen weitergegebene Wissen seines Volkes in sich – Sprache, Denken, Alltag. Gemeinsam schaffen sie eine Übersetzung, die die Menschen wirklich erreicht.

Das erleben wir: Die vorläufige Version in der Handy-App wird begeistert genutzt, viele warten ungeduldig auf die vollständige Übersetzung. Diese Resonanz ermutigt uns sehr.

Gleichzeitig spüren wir den geballten Widerstand, der sich im Hintergrund fast täglich bemerkbar macht – in kleinen Nadelstichen und großen Hindernissen. Manche stellen eine ernsthafte Bedrohung für unsere Arbeit dar. Doch jedes Mal erleben wir: Wir können weitermachen, weil Gott eingreift. Weil er Unmögliches möglich macht, das Unwahrscheinliche tut, unerwartete Hilfe sendet und uns in großer Gefahr bewahrt. Das gibt uns immer wieder Kraft und Mut, nicht aufzugeben.

Die Liste dieser Erfahrungen wäre zu lang, um sie hier alle aufzuführen. Aber zusammen ergeben sie ein Bild, das mich zutiefst überzeugt: Hier ist Gott am Werk! In den Brüchen. Im Schrecken. In Überraschungen. Im Timing. Und in jedem Schritt auf das Ziel zu.

Autorin

Seit 37 Jahren arbeitet unsere Mitarbeiterin – über das Rentenalter hinaus – bei Wycliff – . Derzeit plant das Team, die Arbeiten am Neuen Testament in etwa zwei Jahren abzuschließen.