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Die letzten Meter fährt das Taxi langsamer. Am Horizont taucht die Wüstenstadt auf. Wir haben den Großteil der Reise durch die karge Landschaft hinter uns. Alles wirkt wie immer: öde Flächen, Staub, Leere. Hin und wieder eine Baustelle – mehr nicht. Von „neu“ ist nichts zu sehen.
So ähnlich sieht es oft auch in den Herzen der Menschen hierzulande aus. Da ist Wüste. Keine Perspektive. Keine Hoffnung auf Veränderung. Viele sehen nur einen Ausweg: das Land verlassen.
Die gesellschaftlichen Strukturen scheinen festgefahren. Immer dieselben Machtverhältnisse, dieselbe Politik, dieselben Meinungen. Wer anders denkt, gerät schnell unter Druck – egal, ob es um gesellschaftliche oder religiöse Fragen geht. Auch Christen sind davon betroffen. Sicherheitsfragen gehören zu unserem Alltag und werden intensiv diskutiert.
Und dann dieser Satz aus der Bibel: „Siehe, ich mache alles neu.“ Gilt das erst am Ende der Zeiten – oder schon jetzt?
Es gibt viele Hinweise darauf, dass Gott Dinge verändert. Als unser Projekt vor 20 Jahren begann, war kein einziger Gläubiger aus dieser Volksgruppe bekannt. Heute sind es 25.
Auch im Land selbst hat sich etwas bewegt. Zwar gab es schon viele Christen, doch diese Volksgruppe blieb lange am Rand – kaum wahrgenommen von der Kirche. Das ist heute anders. Ebenso die Aufmerksamkeit von außen: Früher kannten nur wenige Organisationen die Wüstenstadt, inzwischen sind deutlich mehr dort im Einsatz.
Was mich am meisten berührt, sind die persönlichen Erlebnisse. Menschen erleben, wie Jesus eingreift – wie er hilft, rettet und heilt. Manchmal schnell, manchmal Schritt für Schritt. Einer unserer Übersetzer erzählt beispielsweise von einem Moment großer Angst. Ein Mob drang in seine Straße ein – eine Sackgasse, aus der es kein Entkommen gab. In seiner Not kniete er nieder und betete zu Jesus. Als er den Kopf wieder hob, waren die Angreifer verschwunden. Einfach weg. Seitdem erlebt er immer wieder, wie Jesus Menschen und Situationen verändert, die nach menschlichem Ermessen unveränderlich schienen.
"Siehe, ich mache alles neu."
Diese Verheißung ist keine ferne Zukunftsmusik. Sie beginnt dort, wo Gott Menschen begegnen – mitten in der Wüste, mitten im Leben.
Autor
Arne K. arbeitet seit 20 Jahren in dieser Wüstengegend.Â