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Wenn Ostern gefeiert wird, geschieht das überall ein wenig anders – auf Inseln im Pazifik, in afrikanischen Kirchen, auf europäischen Marktplätzen oder in Familien in Amerika. Und doch gibt es eine entscheidende Gemeinsamkeit: sie alle feiern die Auferstehung Jesu.
Ostern steht für Leben, Hoffnung und einen Neuanfang. Christen auf der ganzen Welt erinnern sich an die Auferstehung Jesu – das Ereignis, das ihrem Glauben Bedeutung gibt. Für viele gehören dazu Traditionen: Gottesdienste am frühen Morgen, gemeinsames Singen, festliche Mahlzeiten oder das Lesen der biblischen Ostergeschichte. Die Botschaft dahinter ist zentral: Der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesu Auferstehung steht für Hoffnung – für das Leben heute und darüber hinaus.
Doch was bliebe von Ostern, wenn man diese Geschichte nie in einer Sprache hören könnte, die man versteht?
Für Millionen Menschen bleibt Ostern unverständlich. Es gibt die Bibel nicht in ihrer Sprache. Deshalb können sie die Osterbotschaft nur über Umwege kennenlernen. Darum arbeiten weltweit viele Menschen daran, die Bibel in weitere Sprachen zu übersetzen. Wenn Menschen biblische Texte in ihrer eigenen Sprache lesen oder hören, geht sie sie ihnen oft zum ersten Mal wirklich zu Herzen – und die Botschaft kann sie tiefer berühren.
Ostern rund um den Globus
Überall auf der Welt wird Ostern gefeiert – jede Region tut dies mit ihren eigenen Traditionen. Manche Feiern sind still und nachdenklich, andere laut und voller Musik. Trotz aller Unterschiede steht überall dieselbe Geschichte im Mittelpunkt: die Erinnerung an Jesus und seine Auferstehung.
Pazifik: Sonnenaufgang über dem Meer
Der Pazifikraum umfasst tausende Inseln – jede mit eigener Kultur und eigenen Bräuchen.
In Neuseeland und Australien fällt Ostern in den Herbst. Beliebt sind dort sogenannte Hot Cross Buns – süße Brötchen mit Gewürzen und einem Kreuz aus Teig auf der Oberseite.
Während in vielen Ländern der Osterhase eine Rolle spielt, ist das in Australien teilweise anders. Dort gelten Kaninchen als Schädlinge. Stattdessen wird mancherorts der Bilby als Ostersymbol verwendet – ein kleines Beuteltier mit langen Ohren, das in Australien heimisch ist.
Im Inselstaat Vanuatu im Südpazifik stehen während der Karwoche vor allem gemeinsame Gottesdienste im Mittelpunkt. Viele Gemeinden treffen sich am Ostermorgen noch vor Sonnenaufgang. Wenn die ersten Sonnenstrahlen über dem Meer erscheinen, erinnern sich die Menschen an die Geschichte von Jesu Tod und Auferstehung.
Afrika: Wenn die Nacht zum Fest wird
In vielen Ländern Afrikas gehört Ostern zu den wichtigsten Festen des Jahres. Kirchen werden mit Blumen und bunten Stoffen geschmückt, Musik und Tanz spielen eine große Rolle.
In Äthiopien heißt das Osterfest Fasika. Viele Menschen bereiten sich mit einer 55-tägigen Fastenzeit darauf vor. In dieser Zeit verzichten sie auf Fleisch und andere tierische Produkte.
Die Nacht vor Ostern beginnt oft still und nachdenklich. Gemeinden versammeln sich zu langen Feiern und Gebeten. Doch mit dem Morgengrauen verändert sich die Stimmung: Musik erklingt, Menschen tanzen, und aus der Nacht wird ein fröhliches Fest.
In Südafrika wird der Tag nach Ostern „Family Day“ genannt. Familien verbringen ihn gemeinsam und denken über die Bedeutung des Festes nach
Asien: Zwei Prozessionen, ein Fest
Der Kontinent Asien ist besonders vielfältig – und genauso unterschiedlich sind auch die Osterbräuche.
Auf den Philippinen beginnen die Osterfeiern mit zwei Prozessionen: Männer tragen ein Bild des auferstandenen Jesus durch die Straßen, Frauen folgen einem Bild seiner Mutter Maria. Beide Gruppen treffen sich schließlich an der Kirche. Dort wird symbolisch dargestellt, wie Jesus nach seiner Auferstehung seiner Mutter begegnet.
In Indien, wo Christen nur eine kleine Minderheit sind, wird Ostern häufig als Frühlingsfest wahrgenommen. Statt Eier selbst zu färben, kaufen viele Familien kunstvoll verzierte Eier und verschenken sie an Kinder.
Europa: Ostertraditionen in vielen Ländern
Europa blickt auf eine lange Geschichte von Osterbäuchen zurück.
In orthodox geprägten Ländern wie Rumänien, Serbien oder Griechenland wird Ostern meist ein bis zwei Wochen später gefeiert als bei uns. Das liegt daran, dass diese Kirchen einen anderen Kalender verwenden.
In Polen gehört ein gemeinsames Osterfrühstück zur Tradition. Auf dem Tisch stehen oft verschiedene festliche Speisen – darunter auch Babka, ein süßes Hefegebäck, das besonders zur Osterzeit beliebt ist.
Eine ungewöhnliche Tradition gibt es in der französischen Stadt Bessières: Dort wird jedes Jahr ein riesiges Omelett aus Tausenden Eiern zubereitet. Der Ursprung dieser Tradition geht einer Legende nach auf Napoleon zurück.
Europa: Ostertraditionen in vielen Ländern
Die Ostertraditionen in Nord-, Mittel- und Südamerika sind genauso vielfältig wie die Kulturen des Kontinents.
Auf Bermuda lassen Familien am Karfreitag bunte Drachen steigen. Diese Tradition entstand, als ein Lehrer seinen Schülern mit einem Drachen zeigen wollte, wie Jesus nach der biblischen Überlieferung in den Himmel aufgenommen wurde.
In Kolumbien steht die Karwoche im Mittelpunkt. Viele Städte veranstalten große Prozessionen, an denen tausende Menschen teilnehmen.
In den USA verbinden viele Familien Ostern mit Gottesdiensten, Ostereiersuchen und gemeinsamen Festessen.
Eine Hoffnung für alle Sprachen
Die Ostergeschichte ist dieselbe – auf den Philippinen, in Äthiopien, in einem Dorf im Amazonas. Was sich unterscheidet, ist die Sprache, in der sie ankommt. Was ich in der Muttersprache höre, wird von einer x-beliebigen Geschichte, – zu einer, die wirklich zu Herzen geht.
Quelle
Aus dem Englischen übersetzt und adaptiert.
Mit freundlicher Genehmigung von Wycliffe USA.