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Unterwegs mit Wycliff in Thailand
Chiang Mai feiert. Wagen rollen durch die Straßen, beladen mit Orchideen, Chrysanthemen und vielen anderen Blumen, deren Namen ich noch nie gehört habe. Musikkapellen ziehen vorbei. Menschen in traditioneller Kleidung – Dutzende verschiedene Trachten, denn Thailand ist ein Land mit vielen Kulturen. Das jährliche Blumenfest im Norden von Thailand feiert genau das: Vielfalt.
Spannende Einblicke
Vielfältig sind auch die Arbeitsbereiche der sechs Wycliff-Mitarbeiter, die ich in Thailand besuche. Einer analysiert Laute und Grammatik einer Minderheitensprache, seine Frau engagiert sich in der internationalen christlichen Schule. Leben als Familie in einem asiatischen Kontext. Eine Kollegin studiert an der Payap-Universität mit dem Fokus, sich später in Südostasien zu engagieren. Ein Ehepaar entwickelt Unterrichtsmaterial und produziert Medien für Schulprojekte in Minderheitssprachen. Eine weitere Mitarbeiterin koordiniert online die Übersetzung des Neuen Testaments mit einem einheimischen Team aus einem Nachbarland. Alle arbeiten Seite an Seite mit Einheimischen, etwa der Wycliffe Thai Foundation, die seit 1998 in Thailand verwurzelt ist. Auch mit den unterschiedliche Aufgaben bleibt es ein gemeinsames Ziel.
Ein berührender Tag in den Bergen
Eine Schule, nördlich von Chiang Mai. Kinder sitzen an Tischen, Hefte aufgeschlagen. Vorne steht eine Lehrerin und unterrichtet auf Thai. Dann übernimmt eine Kollegin – in der Muttersprache der Kinder. Zweisprachiger Unterricht für Kinder, deren Sprache kaum jemand kennt, geschweige denn schreibt.
In Thailand werden über 70 Sprachen gesprochen. Wer die Unterrichtssprache Thai nicht versteht, lernt langsamer und bricht häufiger ab. Zweisprachiger Unterricht hält Kinder in der Schule und hilft ihnen, Thai zu lernen. Thai zu sprechen öffnet Türen – im Beruf, beim Arzt, generell im Leben. Das Unterrichtsmaterial haben Wycliff-Mitarbeiter mitentwickelt. Die Kinder sind motiviert. Das sieht man.
Das gemeinsame Ziel
Zurück in Chiang Mai. Das Blumenfest liegt ein paar Tage zurück. Aber das Bild bleibt: Ein Land, viele Kulturen. Ich denke an die Kinder in den Bergen. Ihre Sprache kennt kaum jemand. Aber Wycliff-Mitarbeiter haben sie nicht vergessen. Sie arbeiten mit Ausdauer und Fachwissen – für Bildung und Bibel. Aufgaben und Teams sind unterschiedlich. Das Ziel ist dasselbe: die Bibel in jeder Sprache für ein verändertes Leben – auch in Südostasien.
Die Wycliff-Mitarbeiter in Thailand brauchen beides: Gebet und finanzielle Unterstützung. Bete für sie – für Kraft, Gesundheit und Durchhaltevermögen. Und wenn du die Arbeit unterstützen möchtest: Jeder Beitrag hilft, dass mehr Kinder in ihrer eigenen Sprache lesen und schreiben – und irgendwann die Bibel verstehen.
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Autor und Fotograf
Kai Günther ist Leiter der Kommunikation Wycliff Deutschland