Laima vom Housekeeping prueft ein Glas

Kekse auf dem Kissen und die Liebe zur Sauberkeit

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Wer putzt eigentlich gerne? Die Antwort ist: Laima Kybartiene. Sie leitet das Housekeeping-Team im Karimu. Unsere Pressereferentin Ramona Eibach hat sie bei einer Zimmerkontrolle begleitet – und viel dazugelernt.

Auf Spurensuche im Hotelzimmer

„Hier ist was!“ Laima stoppt vor dem Spiegel. Erst als ich gegen das Licht schaue und ganz nah rangehe, erkenne ich einen schwachen Fingerabdruck. Der wird dort nicht lange bleiben. Denn Laima Kybartiene zückt schon den Lappen. Sie leitet das Housekeeping-Team des Internationalen Tagungszentrums Karimu in Holzhausen im Siegerland. 


Ich darf sie begleiten, während sie die Endkontrolle eines von insgesamt 50 Komfortzimmern durchführt. Bei diesem Rundgang schaut sie nochmal drüber, ob die Kolleginnen bei der Reinigung an alles gedacht haben. Da werden Stellen untersucht, die ich noch nie wahrgenommen habe: Hängt das Kabel des Föns ordentlich? Ist überall Staub gewischt? Das Bett glatt genug? Gibt es Fingerabdrücke auf den Armaturen im Bad? Ist das Zahnputzglas sauber oder gibt es Flecken von der Spülmaschine? 

Karimu Housekeeping Team Member

„Man bemerkt unsere Arbeit vor allem, wenn wir sie nicht machen“

Die gesamte Zeit spüre ich ihre Freude an dem, was sie tut. „Es ist so schön am Ende des Tages zu sehen, was wir geschafft haben. Wir arbeiten im Hintergrund, man bemerkt unsere Arbeit vor allem, wenn wir sie nicht machen.“ 

Laima gehört seit der ersten Stunde zum Internationalen Tagungszentrum Karimu. Seit 2016 arbeitet sie im Housekeeping. 2017 hat sie die Teamleitung übernommen. „Ich bin stolz auf mein Team. Am Anfang musste ich mich an die harte körperliche Arbeit gewöhnen, aber irgendwann ist es wie in einer Ehe. Es läuft.“ 

Gebürtig kommt sie aus Litauen. „Ich war 1992 in Deutschland zu Besuch und habe mich in das Land verliebt. Dann habe ich alles getan, um nach Deutschland zu kommen.“ 2003 war es dann so weit. Zuerst hat sie in der Pflege gearbeitet, dann neun Jahre in der Gastronomie. Zum Tagungszentrum kam sie über das Jobcenter: „Ich hasse Monotonie. Die gibt es hier nicht, deshalb macht es mir immer noch Spaß.“ 

Auf meine Frage, was am meisten in den Zimmern vergessen wird, antwortet sie prompt: „Ganz klar das Ladekabel!“ Aber auch Kleidung und Schmuck bleiben gerne im Schrank oder auf dem Nachttisch liegen. Und mit einem Schmunzeln fügt sie hinzu: „Manchmal finde ich bei meinen Kontrollen aber auch Dinge, die meine Kollegen liegengelassen haben. Zum Beispiel Putzlappen.“

Beim Internationalen Tagungszentrum Karimu geht nichts verloren. Wer etwas vergessen hat, kann es anschließend noch abholen. Laima erklärt: „Wir haben sogar mal einen Rucksack per Post geschickt. Der war allerdings so schwer, dass es schwierig wurde. Ich behalte die Sachen ein halbes Jahr lang. Wenn sich bis dahin niemand meldet, muss ich sie entsorgen.“

Auch nebenberuflich beschäftigt sich Laima mit Haushalt. Bei Laimas Bügelservice wird so manche kleidungstechnische Woge geglättet. „Aber zu Hause habe ich dann auch das Bedürfnis, mal was anderes zu tun, als sauber zu machen. Mein Roboter kümmert sich einmal die Woche um den Boden. Ich sage immer: „Das ist eine Wohnung, kein Museum.“

Der Keks auf dem Kopfkissen

Eine Frau vom Housekeeping Team Karimu

Bei der Zimmerkontrolle im Tagungszentrum wäre das undenkbar. Wenn alles picobello ist, stellt Laima eine Wasserflasche hin. Zuletzt – das Tüpfelchen auf dem i – müssen ein Kärtchen und ein Keks auf das Kopfkissen. „Ich freue mich besonders, wenn jemand kommt und genießt, was wir vorbereitet haben. Meinem Team sage ich immer: ,Ihr müsst euch beim Putzen einfach vorstellen, dass ihr einen wichtigen Gast erwartet.´“ Im Internationalen Tagungszentrum Karimu gibt es neben den Komfortzimmern auch noch Möglichkeiten für weniger zahlungskräftige Gäste – in den 17 Low Budget-Zimmern – die selbstverständlich genauso gründlich geputzt und kontrolliert werden.