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Was hat ein internationales Tagungszentrum in Holzhausen zu suchen? Und was bedeutet eigentlich „Karimu“? Wer diese Fragen stellt, bekommt eine Geschichte zu hören, die von Mut, Geduld – und ein paar Lamas handelt.
Der Anfang: Eine ehrliche Bestandsaufnahme
Alles begann im Jahr 2008. Damals wurde deutlich: Der Gästebereich im Wycliff-Zentrum war veraltet, wurde kaum genutzt und kostete mehr, als er einbrachte. Drei Optionen lagen auf dem Tisch: Das Zentrum aufgeben und woanders neu starten. Weitermachen wie bisher. Oder etwas völlig Neues wagen.
Die ersten beiden Möglichkeiten schieden schnell aus – aus einem einfachen Grund: Das Gelände hatte eine Geschichte, die man nicht loslassen wollte.
Wycliff-Gelände 1972
Ein Grundstück mit Geschichte
969 kaufte Wycliff ein Stück Land in Holzhausen – nicht von einem einzigen Eigentümer, sondern von rund einem Dutzend verschiedener Bauern. Dass das überhaupt funktioniert hatte, empfanden viele Beteiligte als Wunder. Über Jahrzehnte hinweg war das Zentrum gewachsen. Es wurde zu einem Ort des Lernens, der Begegnung und für viele Menschen sogar zu einem Zuhause auf Zeit.
Dieses Erbe einfach aufzugeben – das kam nicht in Frage. Stattdessen wollte man Verantwortung übernehmen: für das Zentrum, für das, was dort entstanden war, und für das, was noch entstehen könnte.
Hickengrundstrasse 47
Fünf Jahre nachdenken, dann handeln
Was folgte, war kein schneller Beschluss. Fünf Jahre lang wurde geprüft, befragt und diskutiert – von verschiedenen Gremien, durch Umfragen unter potenziellen Gästen, im Dialog mit den Wycliff-Mitgliedern. Die Leitidee dahinter: Der neue Ort sollte ein Platz sein, an dem Menschen einander begegnen können – und, wer möchte, auch Gott.
2013 stimmten die Wycliff-Mitglieder mit großer Mehrheit für einen Neubau: 50 Doppelzimmer, mehrere Tagungsräume. Im Sommer 2016 war es dann so weit – das Tagungszentrum Karimu wurde eingeweiht.
Was „Karimu" bedeutet
Der Name kommt aus der Suaheli-Sprache und bedeutet „großzügig“. Der Name spiegelt wider, was das Haus prägen soll: Gastfreundschaft, Offenheit und die Überzeugung, dass Großzügigkeit Menschen verbindet.
Im gesamten Gebäude findet sich der Gedanke der Begegnung wieder – in den Tagungsräumen, den Gästezimmern und auch in der Gestaltung der Lobby. Viele Details greifen die internationale Arbeit von Wycliff auf und erzählen von Sprachen, Kulturen und Menschen aus aller Welt.
Besuch aus Südamerika – auf vier Beinen
Autorin
Angelika Marsch war von 2000–2014 Leiterin von Wycliff Deutschland.